Kurzer Aktionsleitfaden für den 29. Mai in Bernau
Was ist geplant und woran muss ich denken?
29. Mai Bernau – Nazis stoppen
Am 29. Mai wollen Nazis der Kameradschaft Märkisch Oder Barnim in Bernau marschieren. Diesen Aufmarsch wollen die Nazis als Auftakt einer Reihe von Nazidemonstrationen im Nordosten Brandenburgs, und genau das wollen wir verhindern. Der 1. Mai in Berlin hat gezeigt: Wenn viele Menschen die Straßen dicht machen, kann der Naziaufmarsch verhindert werden.
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Blockade sind:
1. Sehr viele Menschen, die sich direkt an der Blockade beteiligen. Je mehr wir sind, desto schwerer wird es, uns aufzuhalten oder zu räumen.
2. Vielfalt: Wir sind ein buntes Bündnis und zeigen dies! Jung und alt, Rentner_innen, Arbeiter_innen, Angestellte und Jugendliche, Christ_innen, Muslime, Jüd_innen, Deutsche und Migrant_innen, Gewerkschafter_innen und Mitglieder verschiedener Parteien – uns eint das Eintreten für die Demokratie und gegen die Nazis!
3. Entschlossenheit: Wir lassen uns nicht einschüchtern. Wir gehen ruhig und zielstrebig zu unserem Blockadepunkt. Die Polizei ist nicht unser Gegner und von uns geht keinerlei Aggression aus. Aber wenn die Polizei uns auffordert zu gehen, dann bleiben wir sitzen. Denn wir werden den Nazis keinen Meter überlassen.
Unser Ziel:
Um den Nazis die Lust an weiteren Aufmärschen zu nehmen, müssen wir am 29. Mai alle Kräfte bündeln! Wir werden verhindern, dass Nazis marschieren!
Die Nazis treffen sich um 12 Uhr am
(Bus-) Bahnhof Bernau – wir sind vor ihnen da!
Wir stellen, setzen und legen uns den Nazis in den Weg. Erfahrene Versammlungsleiter_innen, Anwält_innen und Ordner_innen werden dafür sorgen, dass alles so entspannt wie möglich abläuft.
Anlaufpunkt: 10. 00 Uhr Bahnhof Bernau
Unmittelbar am Bahnhof sind mehrere Versammlungen angemeldet. Diese dienen als Anlaufpunkte für alle Blockierenden. Wir werden vor Ort große Gruppen bilden und uns gemeinsam zu den Blockadepunkten bewegen. Jede Gruppe hat eine bunte Fahne. Schließt
euch einer der Gruppen an und folgt der Fahne bis zu eurem Blockadepunkt.
Auf der Karte findet ihr:
A Kundgebung A: Bahnhofsvorplatz (Ecke Friseur/ Tanzschule)
Anmeldung: Aktionsbündnis Brandenburg
Kulturbühne mit Bands, Lesungen und Redbeiträgen
B Kundgebung B: Ulitzkastraße/ Börnicker Straße
Anmeldung: Linksjugend [´solid]
Unser Aktionskonsens:
1. Unser Ziel, den Nazis entgegenzutreten, eint uns über alle sozialen, politischen oder kulturellen Unterschiede hinweg.
2. Wir sind bunt und wir stellen uns den Nazis in den Weg.
3. Von uns wird dabei keine Eskalation ausgehen.
4. Wir sind solidarisch mit allen, die mit uns das Ziel teilen, die Naziaufmärsche verhindern zu wollen!
Vorbereitung – woran sollte ich vorher denken:
Stellt euch auf einen langen Tag ein. Mitnehmen solltet ihr:
• Personalausweisdokument
• dem Wetter entsprechende Kleidung, entweder Sonnenschutz oder Regensachen
• Wasser und Getränke, Lunchpaket, evtl. Süßigkeiten
• eine isolierende, wasserfeste Sitzunterlage, z.B. ein Stück einer alten Isomatte oder
einen leicht tragbaren Hocker
• Fahnen, Pfeifen, Schilder oder Banner gegen Nazis
• Stadtplan (auf der Internetseite zum Ausdrucken)
• ggf. internetfähiges Handy (für den WAP Ticker)
• ggf. Medikamente, die regelmäßig eingenommen werden müssen
Was sollte ich zu Hause lassen:
• Taschenmesser, Glasflaschen oder andere Gegenstände, die Verletzungen
verursachen können
• Telefonbuch, persönliche Unterlagen
• Alkohol, Drogen
Bezugsgruppen bilden!
Alle Situationen bei Demonstrationen und Blockaden lassen sich einfacher bewältigen, wenn ihr nicht allein seid, sondern in einer Gruppe von drei bis acht Leuten, die ihr kennt und mit denen ihr vorher gesprochen habt, was ihr gemeinsam tun wollt und was ihr nicht wollt. In der Bezugsgruppe könnt ihr gemeinsam handeln und entscheiden, z.B. wie ihr euch bei einer drohenden Räumung verhalten wollt, wann ihr euch aus einer Situation herauslösen wollt usw. Ihr achtet gegenseitig auf euch, sprecht euch Mut zu und könnt euch ggf. gegenseitig beruhigen. Ihr solltet in der Bezugsgruppe gegenseitig eure Namen, Adressen und Geburtsdaten kennen, damit ihr den Ermittlungsausschuss (siehe unten) informieren könnt, falls ein Mitglied eurer Gruppe von der Polizei mitgenommen werden sollte. Ebenfalls wichtig sind Bezugsgruppen als Basis für die demokratischen Entscheidungsstrukturen auf Aktionen und Blockaden. Zwar gibt es Verantwortliche, die Durchsagen und Vorschläge zum Vorgehen machen werden, aber wichtige Entscheidungen müssen alle gemeinsam treffen.
Ermittlungsausschuss
Wenn ihr Festnahmen beobachtet oder selbst betroffen seid, wenn das Einschreiten der Polizei unverhältnismäßig und brutal ist, kontaktiert den Ermittlungsausschuss (EA)! Auch wenn von uns keine Eskalation ausgehen wird und wir uns um eine gute Kommunikation mit der Polizei bemühen, kann erfahrungsgemäß leider nicht ausgeschlossen werden, dass die Polizei gewaltsam gegen Blockierende vorgeht.
Weitere Informationen am 29. Mai
Die Nummer des Infotelefons und des Ermittlungsausschusses erfahrt ihr rechtzeitig auf unserer Internetseite um am 29. Mai von den Ordner_innen vor Ort. An die Ordner_innen könnt ihr euch bei Fragen und Unsicherheiten wenden.
Haltet euch auf dem Laufenden – alle aktuellen Informationen findet ihr auf
www.brandenburg-nazifrei.de
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